Hypnotherapie

Hypnotherapie

Der Name „Hypnotherapie“, setzt sich aus „Hypnose“ und „Therapie“ zusammen, und stellt ein Verfahren dar, das es erlaubt Zusammenhänge oder Probleme aufzudecken, die dem bewussten Denken oftmals nicht zugänglich sind.
Entgegen landläufiger Vorurteile behält der Patient während der gesamten Hypnose die uneingeschränkte Kontrolle über das Geschehen.

Beschreibung

In der Regel wird im therapeutischen Kontext zwischen Hypnose und psychotherapeutischer Arbeit unterschieden, d.h. Hypnotherapie wird nicht zwangsläufig mit einer begleitenden anderen Psychotherapieform angewandt, sondern kann als eigenständige Therapieform genutzt werden um auf der unterbewussten Ebene Probleme zu erarbeiten oder Verhaltensmuster zu modifizieren. Hierzu zählen z.B. Verhaltensmuster bei Ernährung, Suchtverhalten z.B. Rauchen oder Ängste wie Prüfungsängste. Die Kommunikation mit dem Unterbewusstsein kann durch verschiedene Verfahren in Gang gesetzt werden, entweder über den Einsatz von Suggestion und/oder die Einleitung und Nutzung eines vertieften Bewusstseinszustandes.

  • Unter Hypnotherapie werden Therapieformen zusammengefasst, die das vorhandene Wissen über die Wirkung dieses vertieften Bewusstseinszustandes und Suggestionen therapeutisch nutzen. Um Heilungs-, Such- und Lernprozesse zu fördern, wird entweder Hypnose im mehr formalen Sinn praktiziert (z. B. die Augen auf einen Punkt richten und auf die Stimme des Hypnotiseurs hören), oder es werden alltägliche Vertiefungen des Bewusstseinszustandes für die therapeutische Arbeit genutzt, z.B. mittels Assoziationen, Metaphern oder dem Patienten vertraute Formen der entspannten Konzentrationsvertiefung.

Zudem kann Hypnotherapie erfolgreich durch Patienten selbst zur Verbesserung vieler Beschwerden (z.B. Schmerzen oder Ängsten) in Form von Selbsthypnose bzw. über das Erlernen von Entspannungsübungen genutzt werden.

  • Der Umfang der Therapie beschränkt sich meist auf wenige Sitzungen und die Behandlung geschieht häufig rein zielorientiert: Im Erstgespräch gemeinsam erarbeitete Ziele werden in einigen weiteren Sitzungen erarbeitet, nach einigen Sitzungen wird die Umsetzung der Ziele überprüft, wobei die wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Therapie der Aufbau einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung ist.
  • Die Hypnotherapie wurde vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie im Jahr 2006 als wissenschaftliche Psychotherapiemethode im Sinne des § 11 Psychotherapeutengesetzes für Erwachsene in bestimmten Anwendungsbereichen anerkannt.

Hintergrund

  • Hypnotherapie als therapeutisches Konzept ist im Westen im Wesentlichen durch Milton H. Erickson geprägt.

Bei der Hypnose nach Erickson handelt es sich um eine kommunikative Kooperation von Therapeut und Patient, wobei der Hypnotherapeut dem Patienten hilft, in eine hypnotische Vertiefung des Bewusstseinszustandes zu gelangen und diesen Zustand für die Veränderungsarbeit zu nutzen. Durch die angewandte Technik „erlaubt“ das Bewusstsein des Patienten die üblicher Weise ausgeübte Kontrolle zurück zu stellen, wodurch unbewusste Prozesse stärker in den Vordergrund der Aufmerksamkeit gelangen können.

Milton Erickson hatte dabei ein anderes Verständnis vom Unbewussten überhaupt, als es bis dahin in der Psychotherapie üblich war. Nach Erickson ist das Unbewusste ein Reservoir an Ressourcen und Kreativität im Gegensatz zu der von Freud vertretenen Ansicht, dass das Unbewusste der Sitz des Abgelehnten und Verdrängten sei.

Eine Hypnotherapie nach Erickson versucht den analytischen Verstand gewissermassen abzulenken, um dem Unbewussten Raum zu geben für kreative Lösungsansätze. Der Hypnotherapeut nutzt hierfür Metaphern, Sprachbilder, Analogien und Wortspiele, die sich im Idealfall während der Sitzung anbieten, um im Patienten Ideen und Lösungsmöglichkeiten für seine Probleme anzuregen. Die Kontrolle darüber, welche dieser Ideen angenommen und wie sie genutzt werden, bleibt dabei vollkommen dem Patienten überlassen. Die angestossenen Prozesse können kommuniziert oder nur im Unterbewusstsein verarbeitet werden, und auch dieser Vorgang liegt weitgehend beim Patienten.

In den späten Lebensjahren wurden von Milton Erickson übrigens keine klassischen Tranceinduktionen mehr benutzt, er schaffte und nutzte Geschichten und Metaphern um natürliche Vertiefungen des Bewusstseins zu erreichen.

  • Ernest Rossi sowie andere Schüler Ericksons haben versucht, die hypnotischen Sprachmuster in ihren Büchern explizit lehrbar zu machen. Ihnen ist auch zu verdanken, dass die Wirksamkeit der „Erickson’schen Hypnotherapie“ seit vielen Jahrzehnten erprobt und erwiesen ist.